"Wo war ich schon einmal und war so selig..."

 

Eine schöne Sängerin, ein Blechbläserensemble, ein Schlagzeuger und ein Dirigent mit Affinität zu Woody Allen – das sind die Zutaten einer Versuchsanordnung über die grossen Fragen des Lebens. Was treibt einen Basspoaunisten (Tobias Rägle) an, ein Blechbläserensemble zu dirigieren? Kann man Klassik, Jazz und Rock überhaupt so spielen? Warum ist Woody Allen nicht hilfreich wenn er sagt: Die Ewigkeit dauert lange - besonders gegen Ende? Was passiert, wenn Maria Rosendorfsky das Blechlabor aufmischt?

Und warum eigentlich 11 Blechbläser und ein Schlagzeuger?

Während das Publikum vergnüglich den tragikomischen Figuren folgt, mag die Erkenntnis bleiben:

„Wo war ich schon einmal und war so selig...“

mit Maria Rosendorfsky, Tobias Rägle & Blechlabor

Konzeption - Nilufar K. Münzing / Jörg-Heinrich Benthien

Bühne / Kostüm - Britta Lammers

Ton - Daniel Hatvani

Licht - Marcus Denk

Maske - Nicole Hiller

Premierer 24.10.2015 - Theater Ulm - Podium

Synopsis

 

Am Anfang steht ein Ende. Das Ende eines Blechlaborkonzertes unter der Leitung von Tobias Rägle und mit Maria Rosendorfsky als Solistin. Es läuft gut. Doch dann ist mehr zu Ende als nur das Konzert. Maria verlässt das Blechlabor, um in New York ein neues Leben zu beginnen. Tobias und sein Ensemble stehen dieser neuen Situation ratlos und enttäuscht gegenüber. Sie kramen in alten Notenmappen, versuchen sich an „Just the way you are“ als Instrumental-Arrangement, aus einer Zeit vor Maria. Aber die Solistin fehlt.

Dem Blechlabor - und vor allem Tobias.

Karl, der Schlagzeuger, ergreift Initiative. Er organisiert hinter dem Rücken von Tobias eine Audition um eine neue Solistin zu finden. Tatsächlich sind einige Bewerberinnen erschienen und das Casting findet statt.

 

Pause

 

Tobias versucht  sich und seinem Ensemble eine musikalische Daseinsberechtigung auch ohne Maria zu geben. Die erklärenden Ausführungen und Beispiele zu Blechblasinstrumenten an sich und der dazugehörigen Musik, kulminieren in der Demonstration dessen, was mit Blechblasinstrumenten möglich ist. Vielleicht aber nicht jeder Zuhörer gerne hören möchte: neue Musik. In einem Telefonat kommt es zu einem Streit zwischen Maria und Tobias. Das Blechlabor bricht auseinander.

Unterdessen lebt Maria in New York ihren Traum von der Karriere als Sängerin. Tatsächlich ist sie Solistin in einem Jazz-Trio. Aber auch Kellnerin, Babysitterin, Synchronsprecherin, Putzfrau... Marias Zusammenbruch ist unvermeidlich. Mit „One day I´ll fly away“ wühlt sie sich aus der Asche ihrer Erschöpfung und Enttäuschungen. Immer mehr Mitglieder des Blechlabors tauchen in New York auf, bis das ganze Labor versammelt ist. Noch einmal erleben wir ein kleines, intensives Konzert. Hier musiziert zusammen, was zusammen gehört.

Ob alle Beteiligten auch zusammen bleiben, werden wir vielleicht nie erfahren.

 

Die Botschaft ist so einfach wie grausam: sicherlich kann man die Sehnsucht nach einer Welt hinter dem Horizont nicht auf Dauer unterdrücken. „Da muss es doch noch was anderes geben.“ „Das kann doch nicht alles gewesen sein?“ Aber falls das Glück auf der Strasse liegt, auf irgendeiner Strasse dieser Welt, dieses Universums, haben wir auf der Suche danach einige Kilometer vor uns.

Reisende sollte man nicht aufhalten? Vielleicht doch.

 

"Wo war ich schon einmal und war so selig..."

   Das Projekt wurde freundlicherweise unterstützt/gefördert/finanziert von:

Kritiken zur Premiere am 24.10.15

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Kulturabteilung